Dokumentation über die ambitionierte Aufführung von Goethes „Faust"-Fortsetzung
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Faust II reloaded

Nicht Faust I, den viele kennen, ist das Thema. Nein, hier geht es um Faust II, den kaum jemand gelesen hat und der schon zu Goethes Lebzeiten als unspielbar galt. Das Stück heute aufführen zu wollen, kann nur mit außergewöhnlichem Engagement funktionieren. Eine Schule, ein Weltorchester und ein ganzer Stadtteil in Bremen haben sich zusammengetan, um die Idee des Komponisten Karsten Gundermann Open-Air auf die Bühne zu bringen: eine gerappte Sprechoper mit 500 Schülern auf und hinter der Bühne, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Dominique Horwitz in der Hauptrolle.
Goethe zwischen Hochhausschluchten und das in einem Stadtteil, in dem fast nur Ausländer wohnen und jede zweite Familie von Hartz IV lebt. Das ist couragiert und riskant, aber erfolgreich? Ein Beispiel für andere? Einfühlsam blättert der Film durch die Hindernisse des Schulalltags verwoben mit den Anforderungen eines großen Orchesters und mit den ungeahnten Möglichkeiten dieses multikulturellen Stadtteils.

FAUST II RELOADED begleitet die Schüler in den letzten drei Monaten vor der Aufführung, bei den Proben, in Musikstunden, beim Kostüme Nähen und allen anderen Vorbereitungen für das große Ereignis. Nerverei, Chaos, Genöle und Null Bock stehen dabei neben der Aufregung, der Leidenschaft und dem Biss, das Unmögliche doch zu schaffen. Neben dem Filmteam von Eike Besuden ist eine Schülergruppe mit mehreren Kameras dabei, das Abenteuer zu dokumentieren. Sie haben dafür hinreißende Szenen gefunden, die sie sehr "eigenwillig" filmisch umsetzen. Ein Filmerlebnis über die Faszination der Schüler für ein Ziel, an dem sie selbst auch immer wieder gezweifelt haben, über die Begeisterung und den Respekt der Macher. Vor allem aber ist es eine Liebeserklärung an die Idee, den guten alten Goethe mal richtig auf den Kopf zu stellen. Leicht, locker und weit weg von Hochkultur.
  


    
Deutschland 2010
ein Film von Eike Besuden,
90 Min., freigegeben ohne Altersbeschränkung
Das meinen die Kritiker

Deutschlandradio Kultur
"Vielstimmig wie das Leben, Frust und Freude. Die Melodie des Lebens. Die Schüler rappen, singen, zeigen auf der Bühne, was sie drauf haben."
Deutschlandradio Kultur über das Projekt

taz.de
"Unterhaltsamer und manchmal sehr komischen Film"
der ganze Artikel hier

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